Teil 1

Es ist soweit. Ich sitze nun zu Hause vor dem Rechner und beginne, Euch von unserer Geschichte zu erzählen. Vom schwarzen Oktober.

Ich sagte Euch schon ganz am Anfang, dass es in meinem Blog um ein bestimmtes Thema geht. Das Thema, welchem ich mich hauptsächlich widmen möchte, ist unser Kinderwunsch. Den Wunsch nach einem Wunder. Ein Wunder zu erschaffen.

Ich wünsche mir ein Kind. Wir wünschen uns ein Kind. Ein Baby. Vom ganzen Herzen. Jeder, der den Wunsch hatte, weiß, was es für eine Herzensangelegenheit ist.

Es geht los:

Den ganzen Frühling 2014 lag ich meinem Freund...der rot weißen Eule, in den Ohren. Er wollte immer bis Ende Oktober warten, die Verhütung, in unserem Fall nur das Kondom, wegzulassen. Im Oktober hatten wir unseren Jahresurlaub geplant. Groß reisen wollten wir.

Aber da wir Frauen immer unseren Willen kriegen; bekam auch ich ihn nach der WM fangen wir an.

Nach dem WM-Finale 2014 fiel der Startschuss. Deutschland ist Weltmeister   ... das muss gefeiert werden

Es war ein tolles Gefühl. Wir wollten ja ein Baby machen. Ein Wunder erleben. Erschaffen. Wir herzelten wie die Wilden. Langsam machte ich mich mit der Eisprungsache vertraut. Wann ist der Eisprung, an welchem Tag ist es am günstigsten, schwanger zu werden. Wie lange bleiben Spermien in dem Körper. Bring der Kopfstand was?

Außerdem lernte ich auch Kinderwunschvokabeln. 

Für alle; die sich noch nicht damit beschäftigt haben... hier eine kleine Einführung

Herzeln: Sex haben

Hibbeln: Drauf warten, ob es diesen Zyklus geklappt hat

Es+zahl: Eisprung plus die Tage danach...

Ovu: Ovulationstest, zeigt an, wann der Eisprung ist (Pipi-Test)

Und und und.

Im September 2014 wurde mein Cousin eingeschult. Und wie es so sein sollte... saß ich neben 2 Schwangeren. Alle hofften, dass sie mir Viren verteilen *auch so eine Kinderwunschsprache...Schwangerschaftsviren werden von Schwangeren verteilt, damit die im Umfeld auch schnell schwanger werden... * und sie verteilten Viren...Zu dem Zeitpunkt hätte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass nicht alle Viren gut sind, dass nach Wolke 7 der Aufprall sehr hart sein kann, dass schneller alles vorbei sein kann, als es angefangen hat. Dass es immer eine 2. Seite der Medaille gibt.

Aber nun. Immer der Reihe nach.

Am Tag der Einschulung bekam ich meine Regel. Wir waren alle kurz traurig. Aber es war September, der Sommer neigte sich dem Ende, und wir hatten doch noch Zeit.

Ende September wurde ich 25 jahre alt. Wir feierten erst fröhlich den Junggesellenenabschied meiner jüngsten Tante… ***an der Stelle, ein hoch auf Euch, auf dass es ewig hält*** und dann meinen Geburtstag. Ich trank, wir alle tranken, es war ein wunderbarer Abend mit sehr vielen lieben Leuten, Freunden, Familie.  

2 Tage später und 2 Tage vor unserer Reise, machte ich sicherheitshalber einen Test. Einen Schwangerschaftstest. Immerhin hatten wir all inclusiv gebucht. Bevor ich das jedoch ausnutzte, wollte ich gern sichergehen. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, sind Schwangerschaftstests machen ein Hobby von mir. Dieses Mal sagte ich es meinem Freund nicht. Er lag im Wohnzimmer auf der Couch und schaute eine Reportage und ich verschwand im Badezimmer. Wir hatten schon Urlaub es war früher Abend. Es war warm, die Sonne schien.

Ich pinkelte also auf den Test. Putzte meinen Mickey Mouse Becher, räumte ihn weg, erwartete nichts und 3 mal könnt ihr Raten, was passiert war.

2 Striche. Unglaubliche 2 Striche. Striche, auf die man geradezu immer wartet, als Kinderwunsch Mama.

Ich rief meinen Freund. Immer wieder, bis er endlich da war. Ich rief ihn und rief ihn, keine Ahnung, was er dachte. Und wir konnten es nicht fassen. Ich war schwanger.

Gott waren wir glücklich. 3 Tests später glaubten wir es auch ganz sicher.

Also fuhren wir zu seinen Eltern. Sie freuten sich. Wir fuhren zu meinen Eltern. Sie freuten sich auch. Meine Mama hat es sofort erraten. Mein Vater war so glücklich, unglaublich. Die Männer haben was getrunken, angestoßen, ich fuhr zurück J

Meine Tante * auch hier kurz ein Hoch auf meine Tante Mo – ohne dich hätte ich die Zeit nicht überstanden * arbeitet in einer tollen Frauenarztpraxis in meiner Heimat… Wir machten gleich einen Termin aus, natürlich erst nach dem Urlaub. Man hätte doch noch so viel Zeit. So viel Zeit. Ich war ja gerade mal ES + 13. 13 Tage nach dem Eisprung. Ein Tag vor der Periode. Vom Flug wurde mir nicht abgeraten. Ich sollte mich erholen. Das konnte ich.

Wir besuchten davor noch Möbelhäuser, schauten uns Kinderzimmer an. Ja, ihr Lieben, es war zu zeitig. Aber ich würde es immer wieder so machen.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

01.10.2015 – Unser Urlaub begann

Also stiegen wir gut gelaunt in den Flieger.

Im Flughafengebäude hatte ich meinen ersten Auftritt. Stolz wie Oskar ging ich in den zeitungsladen und kaufte mir eine „Wir bekommen ein Baby“ Zeitschrift. Ich las und las und las

Es gibt so viel zu wissen, zu erfahren, selbst mit allen Büchern der Welt wäre man für das Wunder noch nicht wissend genug.

Im Urlaubsland angekommen entspannten wir. Am Tag lagen wir am Strand oder am Pool und wir grübelten nach Namen; Kinderzimmereinrichtung, Wohnung, Auto, Schulbildung unseres Zwergchens. Wir machten uns Gedanken. Wir lernten ein Geschwisterpaar kennen, ehemalige Leipziger, liebe Grüße hier an der Stelle an Ingrid und Karl-Heinz. Wir erzählten es ihnen. Auch sie freuten sich. Wir sprachen über alles Mögliche. Am meisten über unser Kind.

Die Tage vergingen. Nach mehreren Magen darm Erkrankungen unsererseits waren wir so froh, Heim zu kommen. Zuhause wartete ja auch der erste FA - Termin auf uns. Konnte man das Herzchen schlagen sehen. Konnte man schon was erkennen. Dazu muss ich sagen, dass ich sicherheitshalber auch im Urlaub immer SS-Tests gemacht habe. Ich hatte nachts oft Alpträume, dass ich eine Fehlgeburt habe, dass ich Blut sehe, dass ich nie schwanger gewesen wäre. Ich machte mich verrückt. Und doch konnte ich doch nichts dafür.

Wir flogen nach 12 Tagen voller Sonne, schlechten Essens, zu vielen toilettenbesuche und mit Millionen Schmetterlingen im Bauch Heim. Wir waren verliebt in uns wie am ersten Tag. Und wir waren verliebt in die Zukunft. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

In Leipzig angekommen, holte uns der rot weiße Eulendaddy ab und wir fuhren zu seinen Eltern. Wie immer musste ich dringend pipi... ich ging dort aufs stille Örtchen und auf einmal. Ein Hauch Blut.


Fortsetzung folgt

13.3.15 15:45

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